Dieser Artikel erschien zuerst im DER MISSIONAR dem Missionsmagazin der Volksmission e.C.

„Siegmar und Priscilla Göhner bereiten sich auf ihre Ausreise nach Uganda vor“ so stand es 1993 im „Volksmissionar“ (Zeitschrift der Volksmission e.C.). „Krieg und Gewalt der letzten zwanzig Jahre haben Uganda … gezeichnet. Zerstörte Straßen, kaputte Stromleitungen und Wassernetze, eine zusammengebrochene medizinische Versorgung machen das Leben für die Menschen, Witwen, Waisen, Kriegsversehrten und Vertriebenen im eigenen Land schwer.“

Die Ausreise fand im Juli 1993 statt. Unser Sohn war als Ungeborener schon dabei. Was ist daraus geworden? Heute, 25 Jahre später? Mehr als wir je zu träumen gewagt hätten.

WAS HAT SICH ENTWICKELT?

Gott hat uns immer wieder überrascht, mit Führungen, Freundschaften, auch Finanzen, die es uns ermöglichten, Zeichen seiner unbegreiflich großen Liebe an die Menschen in dieser Armutsregion weiterzugeben. Hier die vier Bereiche, die sich in konstante Dienstprojekte entwickelt haben.

MULTIPLIZIERENDE GEMEINDEARBEIT – DAS LANDSCHAFTSBILD ÄNDERT SICH
Menschen, die den Glauben entdecken, lernen es ihr Leben mit Jesus nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Dieses „Jüngerschafts-Prinzip“ funktioniert nur durch ein Netzwerk von biblischen Lokalgemeinden. In Partnerschaft mit ugandischen Freunden sind hunderte von Gemeinden entstanden. Aus kleinsten Anfängen entwickelten sich z.B. in Karamoja inzwischen 144 Gemeinden, im südlichen West-Nil-Gebiet zeitgleich 92 Gemeinden und in Moyo/Adjumani 45 Gemeinden. In Masindi, Gulu, Kitgum und Sebei verlief es ähnlich.

PAG HEALTH UNIT LIRA – EIN KRANKENHAUS MIT EINER MISSION
Aus einem kleinen Geräteschuppen ist ein Krankenhaus mit 15 Abteilungen, 208 Betten und 100 Angestellten geworden. Im November 2018 wurden 65 Geburten registriert. Eine TB-Station wird gerade in Betrieb genommen. Zigtausende Menschen, vor allem Kinder, sind heute am Leben, weil es dieses Krankenhaus gibt. Was ist das Besondere? Zielgruppe sind die Armen, die sich sonst keine Behandlung leisten könnten. Sie wissen, dass Christen in Deutschland ihre Behandlung subventionieren oder ggf. ganz finanzieren. So lernen sie die Liebe Gottes konkret zu schätzen.

WAISENKINDER – GESELLSCHAFT MITPRÄGEN
Ca. 400 Waisen sind in christliche Familien integriert. Wunsch und Ziel ist, sie als vollwertige Familienmitglieder geliebt zu wissen. Die Spenden dürfen deshalb als „Familienhilfe“ verstanden werden – Neid wäre kontraproduktiv. Auflage ist: die Kinder müssen zur Schule gehen. Inzwischen stehen viele „Ehemalige“ im Berufsleben, haben Familien gegründet; manche haben selbst Waisenkinder adoptiert. Vom Schicksal hart geschlagen, prägen diese Menschen nun ihre Gesellschaft positiv mit.

TECHNISCHE LEHRWERKSTATT – HOFFNUNG FÜR BESONDERS NOTLEIDENDE
In Lira ist eine Lehrwerkstatt mit 12 Ausbildern und jährlich 150 Schülern entstanden und in einheimische Hände übergeben. In Moyo ist ein zweites Ausbildungszentrum im Aufbau. Siebzig der 92 Azubis sind Menschen mit Behinderungen, zehn kommen aus Süd-Sudanesischen Flüchtlingslagern. Hier werden Grundlagen zur Selbstständigkeit vermittelt.

Priscilla und ich sind Gott sehr dankbar für das grandiose Abenteuer zentral an der Entwicklung dieser Projekte beteiligt zu sein und sie weiter begleiten zu dürfen.

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