Liebe Freunde,

wieder steht „Uganda im Visier“ vor einem großen Fragezeichen: Wie soll es jetzt – in dieser Situation – möglich sein…?

Dieses 120 – 160 nm kleine SARS-CoV-2 hat es innerhalb weniger Wochen geschafft die Welt in seinen Bann zu ziehen. Es beschlagnahmt Politik und Presse, zwingt mächtige Wirtschaftssysteme in die Knie, beraubt Millionen in etablierten Demokratien lebender Menschen ihrer Freiheit, droht mühsam aufgebaute Existenzen zu zerstören … und es hat auch das Potential wichtige Glaubensinitiativen lahmzulegen. Ganz konkret jetzt auch für das Missionskrankenhaus in Lira/Uganda.

Die Jahreswende war so vielversprechend.

Als die Klinikleitung Mitte 2019 mit der Notwendigkeit für ein neues OP-Gebäude an uns herantrat, sahen wir dafür keine Hoffnung. Völlig unerwartet erhielten wir im Herbst eine Einladung zum Projektfindungsabend von HiP „Helfen in Partnerschaft“. Trotz höchst professioneller „Konkurrenzanträgen“ fiel die Entscheidung zu unseren Gunsten aus. War das Gottes „Ja“ zu diesem OP-Gebäude, für das wir sonst keine Hoffnung gehabt hätten? Wir können das so sehen.

Die Planungsmaschinerie wird angekurbelt.

Wir hatten das Leitungsteam im Missionskrankenhaus gebeten zu beten. Jetzt war die Freude riesig! Ämter, Ärzte wurden konsultiert; ein Architekt beauftragt. Die Baupläne sind gezeichnet. Da die Kosten die tentative Spendenprognose von HiP übersteigen werden, hat der im Februar 2020 neu eingesetzte Vorstand der VMeC Uganda einer zusätzlichen Bewerbung dieses Projekts zugestimmt. Hoffnung! Alle Ampeln stehen auf „grün“.

Dann schlägt Corona zu.

Seit Ende Februar hat dieses scheinbar übermächtige Virus es offenbar auch darauf abgesehen, dieses notwendige Projekt zu entmutigen. HiP musste schon Benefiz Veranstaltungen verschieben. Wir zögern, dieses Projekt vorzustellen. Von menschlicher Seite neigen wir dazu uns „vernünftig“ zu zeigen und diese Pläne zu „deckeln“. ABER: was wird dann mit der schon jetzt in Not geratenen Behandlung der armen Bevölkerungsschicht im Einflussbereich des Missionskrankenhauses in Nord-Uganda? Sollte nicht Christus anstatt Corona die „Krone“ tragen?

Dieses Missionskrankenhaus gehört zur Mission Gottes und steht für Gottes Ehre.

Ein Blick in den „Rückspiegel“ motiviert uns die Planung nicht aufzugeben!
1994 Kleiner Anfang eines simplen Plans

Anfang 1994 öffnet die Lira Klinik ihre Türen zum allerersten Mal. Ein Untersuchungszimmer, die Veranda dient als Warteraum. Der Plan ist genauso einfach: Armen Menschen in diesem von Krieg gerüttelten Land zu helfen. Die Patientenzahlen steigen. Keine Ahnung, wie es weitergehen kann.

1995 Überrascht von ungewöhnlicher Zuwendung

Nachricht aus Deutschland: Eine Familie in großer Not betet: Gott, wenn du hilfst, geben wir die Hälfte von allem was wir haben in die Mission. Gott half! Sie verkauften ihr Haus. Durch die Hälfte vom Erlös wurde das Ambulanzgebäude samt des ersten Personalwohnhauses gebaut.

1996 Die Klinik mit einem Herz für Kinder

Ein Bautrupp kommt. Zusammen mit ugandischen Pastoren legen sie Hand an. Eine Kinderstation mit 25 Betten wird aus dem Boden gestampft. Schnell verbreitet sich die Nachricht: In Lira gibt es eine Klinik, die sich speziell um Kinder kümmert. Schwerkranke Kinder werden gesund.

2002 und Folgejahre: Flüchtlinge und Kindersoldaten

Jahre intensivierter Rebellenaktivitäten treiben die Menschen nachts in die von Mosquitos und Schlangen durchseuchten Sümpfe. Entführungen und Zwangsrekrutierung von Kindern gehören zur Tagesordnung. Die Stadtbevölkerung schwillt an. Riesige Flüchtlingslager entstehen. Der gesamte Norden ist lahmgelegt. Ackerbau kommt zum Stillstand. Die Armut ist himmelschreiend.

Zelte von „Ärzte ohne Grenzen“

Wir als Klinik kommen an unsere Grenzen. Auf der Kinderstation mit 25 Betten liegen dichtgedrängt bis zu 150 Kinder, auch neben ihren Müttern auf dem Boden, auf der Veranda und im Freien. Das Personal muss vorsichtig über Menschen steigen, um zu den Patienten zu kommen. Dank „Ärzte ohne Grenzen“ erhalten wir sechs Zelte für unsere Patienten – das ist ein Notbehelf, aber keine Dauerlösung.

2004 bis 2019: Gottes Diplomatie gewinnt gegen Korruption

Wir sollten wieder bauen – mehrstöckig, das Bauland wird knapp. Landstreitigkeiten, Korruption, Morddrohungen führen ins scheinbare „Schachmatt“. Irgendwie befördert Gott unseren Freund ins „Distrikt-Land-Komitee“. Nur für eine Amtsperiode. Diese genügt aber, um „unser Anliegen“ gegen den Willen mächtiger Amtsinhaber auf den Tisch zu legen. Politiker „schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein“. Am Ende erhalten wir das Land und die Baugenehmigung.

2008 Die Herausforderung des Baus einer mehrstöckigen Kinderstation

Können wir uns ein solches Bauvorhaben zutrauen? Fachlich? Finanziell? Im November 2008 ist es soweit – die wunderschöne neue Kinderstation, doppelstöckig, wird eingeweiht. Fachliche Kompetenz von Freunden aus Deutschland und Eure Spenden haben es möglich gemacht – allen Befürchtungen zum Trotz! Zigtausenden von kleinen und großen Patienten wurde inzwischen in einer menschenwürdigen Weise geholfen!

2019 Infektionsstation – Vorbereitung auf Corona?

Im Juli 2019 wird unsere Infektionsstation vom japanischen Botschafter eröffnet. Entwicklungshilfe aus Asien hat den Hauptteil finanziert. Ein paar Monate später kommt: COVID-19! Noch scheint Uganda alles im Griff zu haben, aber sollte das Corona Virus sich im Land ausbreiten, steht dieses Gebäude – in guter Entfernung von unseren anderen Stationen – zur Verfügung. Zufall? Oder Gottes Planung nach perfektem Zeitplan?

2020 Sollte jetzt das OP-Gebäude durch Corona in Frage gestellt werden?

Von kleinsten Anfängen, mit kaum ausgebildetem Personal, fast keinen Ärzten im Land, Kriegsjahre, einer hohen Rate an Mangelernährung und Kindersterblichkeit, kommen wir jetzt in die Phase, in der es gilt, die hygienischen und operativen Standards der gewachsenen Notwendigkeit anzugleichen. Besonders das OP liegt hier weit zurück.

Gottes Ehre und die Würde des menschlichen Lebens – auch die der Armen im Norden Ugandas – gebührt eine angemessene medizinische Versorgung. Dieser neue OP- Trakt mit 2 – 3 OP-Sälen, getrennten Aufwachräumen, Intensivbetten, Umkleidekabinen, separater Sterilisations- und Waschräume darf nicht durch das Corona Virus annulliert werden. Gott weiß, was er tut! Wir vertrauen darauf, dass auch dieses Projekt zu seinen guten Plänen gehört. Und wir sind dankbar, für alle, die mithelfen.

Mit lieben Grüßen

Siegmar & Priscilla Göhner

Soli Deo Gloria!

„Als Lira Klinik sehen wir es als unsere Aufgabe an, allen Menschen mit ganzer Hingabe zu dienen, unabhängig von Herkunft, Religion, Kultur oder sozialem Stand. Unsere besonderen Bemühungen gelten aber den Ärmsten der Armen, den Kindern und Müttern und solchen, die sich keine vernünftige medizinische Betreuung leisten können. Unser Ziel bleibt, den Leidenden Linderung zu verschaffen, Wohlbefinden zu fördern und Gottes Liebe für alle Jungs und Mädels, für jeden Mann und für jede Frau im Norden Ugandas praktisch zu demonstrieren.“