Träume? Visionen? Realität?

Die Not eines neuen OP-Gebäudes wurde in einer Vorstandssitzung des Missionskrankenhauses geschildert. Damals war es uns nicht möglich finanzielle Hoffnungen in dieser Größenordnung zu machen. 
Wieder zurück in Deutschland wurden wir für einen Projektfindungsabend von „Helfen in Partnerschaft“ (HiP) eingeladen.* Das sahen wir als Chance. Und tatsächlich: unser Antrag wurde ausgewählt.

Da die Kostenprojektion über den zu erwartenden Möglichkeiten von HiP liegt, werden weitere Spenden auch über “Uganda im Visier” benötigt. 

Der heutige OP-Saal wird zum Risiko

Die chirurgische Abteilung samt OP-Saal wurde am 4. November 2011 offiziell in Betrieb genommen. Bisher besteht sie aus zwei Räumen im Ambulanzgebäude: Ein OP-Saal, der gleichzeitig als Aufwachraum und Umkleideecke dient (diese Bereiche sind nur provisorisch durch Vorhänge abgetrennt) und ein kleiner Nebenraum zur Reinigung und Sterilisation der Instrumente.

Anfänglich wurden vor allem Kaiserschnitte bei Frauen mit Geburtskomplikationen, Laparotomien, sowie Curettage nach Fehlgeburten durchgeführt. Über die Jahre stieg die Anfrage für verschiedenste chirurgische Interventionen; auch Überweisungen aus kleineren Gesundheitszentren. 

Diesen Anforderungen, wie auch der Verpflichtung zu angemessenen hygienischen Standards, können wir nur durch die Auslagerung in ein neues Gebäude gerecht werden. Der Bedarf für ein separates Operationsgebäude ist nun dringend geworden. 

Warum ein OP Gebäude nötig wird: 

1. Ugandas hohe Mütter-Sterblichkeitsrate
Mit 368 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten (UNICEF Statistiken 2016) gehört sie zu den höchsten der Welt. Mütterliche Komplikationen während der Schwangerschaft oder während der Entbindung sind die Hauptursachen für diese Todesfälle.

2. Viele Teenager-Schwangerschaften
Uganda gehört auch zu den Ländern mit der höchsten Anzahl von Teenager-Schwangerschaften. Ein Krankenhaus unserer Größe benötigt mindestens zwei OP-Säle. Um bei geburtshilflichen Notfällen rechtzeitig eingreifen zu können, sollte die OP nicht später als 30 Minuten nach der ärztlichen Entscheidung eingeleitet sein. Mit unserem jetzigen OP-Saal gibt es immer wieder Verzögerungen, wenn ein chirurgischer Notfall gebracht wird während eine Operation im Gang ist. 

3. Entwicklung zu spezialisierten OPs
Neben vier regulär angestellten Ärzten hat das Krankenhaus zwei Fachärzte (Chirurg, Gynäkologe), die beratend zur Seite stehen.  Spezialisierte Interventionen in diesen Fachbereichen können also durchgeführt werden, um Menschen eine bessere medizinische Versorgung zu gewährleisten. Ein neues OP-Gebäude, mit größeren und getrennten Räumlichkeiten, gehört zum Stand dieser Entwicklung.

4. Zunahme von Verkehrsunfällen
In den letzten drei Jahrzehnten hat die Zahl der Verkehrsunfälle in Afrika zugenommen. Uganda gehört zu den betroffenen Ländern. Tatsächlich werden auch immer häufiger Unfallverletzte in unser Krankenhaus 
gebracht. Eine qualitativ gute Kapazität für notfallmäßige, chirurgische Interventionen ist eine Notwendigkeit geworden. Wir stehen jetzt ganz am Anfang der Realisierung.

OP Plan
Wer profitiert von diesem neuen OP-Gebäude?

Haupt-Begünstigte sind ärmere Menschen aus ländlichen Gebieten, die sonst keinen Zugang zu bezahlbaren und zeitnahen chirurgischen
Interventionen haben würden.

  1. Mütter mit Schwangerschafts‐ und Geburtskomplikationen
  2. Opfer von Verkehrsunfällen, Überfällen und anderen Verletzungen
  3. Patienten mit Brandwunden (häufig in Uganda sind z.B. Epileptiker, die ins Feuer fallen oder sich verbrühen). Hier wird oft sogar plastische und Wiederherstellungschirurgie nötig.
  4. Kinder mit Erkrankungen die einen chirurgischen Eingriff erfordern. 

Spendenzweck: Nord-Uganda OP

* Die Einladung zum Projektfindungsabend kam durch Vermittlung des Forums Weltmission der Volksmission Reutlingen zustande. Wir sind allen Beteiligten und auch unserem Gott sehr dankbar.