Pastoren in Karamoja besonders vom Lockdown betroffen

Gerade in den letzten Tagen haben uns mehrere Hilferufe aus Uganda erreicht. Robert Olupot, der Regionalleiter aus Karamoja schildert die Lage nüchtern; weshalb wir hier seine Bitte an euch weiterleiten. Auch andere Regionen sind betroffen, so z.B. das Gebiet um Moyo, zu dem auch die Flüchtlingslager unserer südsudanesischen Freunde gehören.

Aus einer E-Mail vom Regionalleiter an Siegmar:

Mein Freund,

nach dem ersten, für 42 Tage dauernden, strickten Lockdown in Uganda, müssen Kirchen wie Schulen für weitere 60 Tage geschlossen bleiben. Eine Lockerung ist also erst Ende September in Aussicht. Pastoren leben mit ihren Familien z.T. jetzt schon völlig ohne Unterstützung, manche in einem fremden Gebiet. Zudem hat die anhaltende Dürre in Karamoja unsere Felder ausgetrocknet und somit die Hoffnung auf eine Ernte zerstört.

Hunger greift in der Region bereits um sich. Wie du weißt, hat Karamoja nun beinahe 10 Jahre lang relativen Frieden genossen. Leider nehmen Raubüberfälle und Mord seit letztem Jahr wieder zu. Statt Kalaschnikows erleben Pfeil und Bogen und Speere eine Renaissance. Unschuldige Menschen wurden ermordet, was verständlicherweise zu erneuter Angst unter der Bevölkerung geführt hat. Die kleinen wirtschaftlichen Fortschritte in der Region werden wieder kaputt gemacht.

Natürlich sind wir Pastoren, die hier leben, von diesen negativen Entwicklungen nicht verschont geblieben. Im Gegenteil, da unsere Gemeindeglieder ihre Spenden nicht überweisen, sondern üblicherweise sonntags zum Gottesdienst mitbringen, bleiben wir durch das Gottesdienstverbot nun völlig ohne Unterstützung. Und so schnell kann niemand auf eine neue Art des Lebensunterhalts umstellen. Auch wenn wir gerne etwas tun möchten, bleibt die Frage: Was?

Der Lockdown trifft uns Pastoren deshalb besonders hart. Natürlich gibt es auch unter den Christen harte Notfälle. Darf ich dich freundlich bitten – falls möglich – deine Freunde in Deutschland zu mobilisieren? Könnt ihr uns etwas Unterstützung für unsere 200 Pastoren senden? Konkret würden 20 Kg Bohnen und 40 Kg Maismehl pro Familie 170.000 Ugandaschillinge (42,50 Euro) oder insgesamt 34 Millionen Ugandaschillinge (8.500,00 Euro) kosten.

„Wir benötigen keinen Luxus, um das Evangelium in Karamoja zu verkündigen, aber wir müssen unseren Familien etwas zu essen auf den Tisch stellen.“ 

Mit lieben Grüßen,
dein Robert

Gerne würden wir unseren Geschwistern im Glauben helfen, ein paar Tage sorgenfreier zu leben und ihnen demonstrieren, dass sie Freunde in Deutschland haben, die praktisch unterstützen, wenn die Situation es erfordert. Vielen herzlichen Dank.

Spendenzweck: „AM 276 N-Uganda Hungerhilfe“