Missionskrankenhaus rettet 9-Monate altem Jungen das Leben.

Der kleine Ongom kommt aus Apanylongo, einem 24 km von Lira entfernten Dorf. Am 26. Juni 2021 wird er zur Untersuchung in unser Missionskrankenhaus gebracht. Er leidet unter Husten, Atembeschwerden und Fieber, das immer wieder aufflammt.

Ongom ist das erste Kind seiner Eltern, beide sind Kleinbauern. Bei der Untersuchung ist das Kind in offensichtlicher Not, dehydriert und sehr schwach; der kleine Brustkorb weist beidseitige Knistergeräusche auf. Der Malariatest ist negativ; der Hämoglobinwert ist für ugandische Verhältnisse nicht allzu niedrig. Das Röntgenbild des Brustkorbs liefert allerdings eine beunruhigende Diagnose: schwere Lungenentzündung. Zuhause, so stellt sich dann heraus, war wohl eine „lokale Mandeloperation“ durchgeführt worden.

Wir (Priscilla und Siegmar) kennen diese „OPs“ aus unserer Zeit in Uganda. Einmal musste Priscilla energisch einschreiten, als in unserer Nachbarschaft einige Erwachsene über ein Kind herfielen, weil es „weiße Flecken“ im Rachen hatte. Einige der Erwachsenen hielten das Kind auf dem Stuhl fest, während ein selbsternannter „Experte“ mit einer Fahrradspeiche als Skalpell im Rachen des Kindes an die „Operation“ machte. „Ihr kennt euch mit unseren Krankheiten nicht aus!“, war die verärgerte Reaktion unserer Nachbarn. Es ist aber nichts anderes als abergläubische Naivität, die sich – wie wir jetzt feststellen – bis heute gehalten hat.

Behandlung im Missionskrankenhaus

Ongom erhält eine Kombination von Antibiotika, Schmerzmittel und Folsäure. Aufgrund von Atembeschwerden und schwankender Sauerstoffsättigung muss ihm auch Sauerstoff zugeführt werden. Da sich zudem ein Pleuraerguss zeigt, muss der kleine Kerl auch noch punktiert werden. Erstaunlich, wie viel eitrige Flüssigkeit sich dort schon eingelagert hat.

Langsam, aber sicher geht es mit Ongom wieder aufwärts. Am 6. Juli 2021 kann er nach Hause entlassen werden. Wir sind so froh, dass er es geschafft hat. Auch die Eltern des Kleinen sind sehr dankbar für alle Hilfe und Pflege, die ihr Ongom im Krankenhaus erhalten hat. Sie hatten schon die Hoffnung verloren. Sogar im Missionskrankenhaus hatten sie anfänglich gebeten, ihr Kind nach Hause nehmen zu dürfen, um dort auf seinen Tod zu warten. Was für eine Freude, dass sie ihren netten Sohn nun gesund wieder mit nach Hause nehmen konnten! Natürlich auch mit einer deutlichen Instruktion solche Praktiken nicht zu wiederholen.

SG