David war ein schüchterner junger Kerl.

Er lebte tief im afrikanischen Busch, einer der ärmsten Gegenden in Ost-Uganda. Aber ich fühlte mich inspiriert, ihn für den Besuch einer Bibelschule zu ermutigen. Viele Jahre später, bevor die Corona-Krise mit dem totalen Lockdown alles durcheinander brachte, war David schon in zwei Gemeinden Senior Pastor gewesen. 

David und ich hatten uns aus den Augen verloren. Irgendwie schaffte er es aber kurz vor der Corona-Pandemie wieder mit mir in Kontakt zu kommen. Dann erließ Uganda strengste Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Davids Frau war hochschwanger. Er befürchtete: Was, wenn die Geburt kompliziert wird? Es gibt kein Gesundheitszentrum in der Nähe (wir hatten in einem der letzten Infobriefe darüber berichtet und aufgerufen auch für diese Not zu beten). 

David hatte mir gleich zu Anfang ein Bild gemailt (s. oben). Ich dachte, „Na, mein Freund, du schaust aber recht traurig aus der Wäsche!“

Dann kam die Nachricht, dass seine Frau ein gesundes Baby sicher zur Welt gebracht hatte. Ein Bild der hübschen Sarah war angehängt; und David hatte auch wieder ein Bild von sich selbst beigefügt – aber immer noch mit diesem trübseligen Blick. 

Ich konnte diese Niedergeschlagenheit gar nicht nachvollziehen und forderte ihn heraus: David, warum schaust du immer so traurig in die Welt? Du hast doch jeden Grund dankbar zu sein!

Davids Antwort war verblüffend.

Und sie brachte mich zum Lachen! David ist gar kein Miesepeter, er sieht nur auf Bilder so aus! Ich lachte wirklich herzhaft los!

Aber lest selbst; hier ist die Antwort mit einem weiteren Bild, das alles erklärt. David schreibt:
Vor einiger Zeit hatte ich einen Fahrradunfall, bei dem ich ein paar Zähne verlor. Weil ich mich nun etwas schäme, versuche ich, den Mund meistens geschlossen zu halten, besonders, wenn ein Bild gemacht wird.

Eine kleine zwischenmenschliche Lektion?

  • Meist gibt es wohl einen Grund, warum Menschen so sind wie sie sind.
  • Nachzufragen hilft! Wenn man die Erklärung hat, versteht man den anderen vielleicht sogar.
  • Es gilt aber auch: Mit einem Lächeln sieht man besser aus, selbst, wenn dadurch die eigenen Makel sichtbar werden.
  • Der Versuch, Makel zu verdecken, kostet zu viel, wenn man dadurch grimmig aussieht. 😊

Danke an alle, die damals, als David und seine Frau Befürchtungen bezüglich der Geburt des Babys hatten, mitgebetet haben.

Unterstützung für David

Wir werden der Familie etwas an Unterstützung für Nahrungsmittel zukommen lassen.

Vielleicht können wir sogar mithelfen, dass Davids Zahnlücken gefüllt werden. Im Missionskrankenhaus gibt es ja inzwischen eine Zahnabteilung, die da Abhilfe leisten kann. Wäre doch zu schade, wenn David sich auch weiterhin sein wirklich ansteckend herzhaftes Lächeln verkneifen würde. David ist kein Miesepeter, auch wenn er auf Bilder so wirkt. Das kann sich aber ändern!

Wer das gesamte Lebenszeugnis von David lesen möchte, kann das hier tun.

Projekt von UiV: Theologische Ausbildung