Das schwer verletzte Mädchen ist zu misstrauisch, um die Puppe aus meiner ausgestreckten Hand anzunehmen. Aber ich gebe nicht auf; jeden Tag wird Agnes ein bisschen offener und bald beginnt sie schüchtern zu lächeln. Vertrauen gewonnen! Mir wird es warm ums Herz.

Agnes leidet an Epilepsie.
Sie krampfte, fiel ins Feuer, was zu extremen Verbrennungen an beiden Unterschenkeln führte. Sehnen und Knochen lagen offen. Die Bilder der Erstversorgung in unserem OP hatten mich in Deutschland erreicht und schockiert: „Das Mädchen wird wohl kaum überleben“, dachte ich damals.
Jetzt sehe ich Agnes vor mir. Sie „robbt“ fröhlich durch die Gänge der Kinderabteilung. Ihre Wunden sind fast vollständig verheilt. Die Verbrennungen waren aber großflächig und tief, sie wird wohl nie wieder aufrecht laufen können.

Trotzdem sind wir dankbar, dass Agnes lebt. Ich bin enorm stolz auf unser Team im Krankenhaus. Es bleibt noch Vieles zu tun, um diesen Menschen in Not noch besser helfen zu können! Dankeschön an alle, die mithelfen!

SG