Den Fängen des Todes entrissen … und jetzt ein bezaubernd nettes Mädchen!

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Den Fängen des Todes entrissen … und jetzt ein bezaubernd nettes Mädchen!

Keren Apio - vor 3 Jahren und jetzt (Small)

Vor drei Jahren stand die kleine Patientin dem Tode nahe. Ich leitete die Behandlung ein bevor wir als Familie nach Deutschland zurückgingen. Jetzt treffe ich sie überraschend als bildhübsches Mädchen wieder. Die Begegnung mit Keren Apio* überwältigt mich und bestätigt: Der Effekt unserer gemeinsamen Hilfe ist meist nicht offensichtlich greifbar und doch so phänomenal.

* Name geändert

Keren Apio(Small)Mai 2012. Nicht mehr lange und wir würden als Familie unsere Zelte in Uganda abbrechen. Die Leitung des Missionskrankenhauses ist bereits übergeben. Ich bin dabei meinen Nachfolger einzuweisen, behandle aber noch die kleinen Patienten auf der Kinder- und Ernährungsstation. Meine Lieblingsstationen. Dabei wird mir bewusst, dass ich „meine“ Kinder in wenigen Tagen abgeben muss. Was ich dabei empfinde, lässt sich nicht in Worten fassen: Mit ihnen bleibt ein Stück meines Herzens in Uganda. Aber noch arbeite ich; noch erlebe ich tagein tagaus zusammen mit den Angehörigen die Freude, wenn ihre todgeweihten Kinder den Fängen des Todes wieder entrissen werden.

Das zierliche Mädchen, mit ihren großen, leblosen, müden und traurigen Augen schaut mich teilnahmslos an. Es besteht nur noch aus Haut und Knochen. Obwohl es ziemlich sicher ist, dass wir Keren Apio auf die Ernährungsstation einweisen müssen, werden zuerst alle nötigen Untersuchungen durchgeführt. Unter anderem ein HIV Test und, wie fast schon zu erwarten war, ist der Test positiv. Eine niederschmetternde Diagnose! Und nicht nur das. Kerens Eltern sind geschieden. Keines ihrer Eltern kümmert sich um das kleine Mädchen. Sie lebt beim Großvater und wird von ihrer Tante zu uns gebracht. Und doch darf ich noch miterleben wie Keren Apio durch die Behandlung mit ARVs (Anti-retrovirale Medikamente) langsam aber sicher zu Kräften kommt. Und hier hört die Geschichte zunächst einmal auf – wenigstens für mich.

Ruth Kelly Atim (Small)August 2015. Ich bin mit Corinna Brandes und Margret Hanschke auf einem 3-wöchigen Einsatz in Lira. In ein paar Tagen werden wir wieder nach Deutschland zurückfliegen. Da werde ich in der Ambulanz von einer freundlichen, lächelnden Dame angesprochen: „Hallo Doktor. Ich suche dich schon eine ganze Weile. Ich hatte gehört, dass du gerade in Lira bist und da wollte ich Dich unbedingt sehen. Kannst Du Dich noch an Keren Apio erinnern?“ Die Gesichter des Mädchens und ihrer Begleiterin kommen mir bekannt vor, aber mehr weiß ich nicht mehr. Also erzählt mir Kerens Tante die Geschichte.

Für mich wird diese Begegnung ein riesiges Geschenk. Innerlich danke ich Gott, dass er mir dieses Vorrecht gibt, eine meiner damals todgeweihten Patienten drei Jahre später völlig verändert wiederzusehen.
Wieder zuhause angekommen, finde ich tatsächlich noch Bilder von damals, als Keren krank zu uns kam. Was für ein Unterschied! Keren geht es blendend! Sie lebt und freut sich darüber.

Keren geht schon in die vierte Klasse, sieht glücklich und gesund aus, hat zugenommen und natürlich möchte sie eines Tages Ärztin werden. Was auch sonst?

Ich bin bewegt und ergriffen. Diese Begegnung, verdeutlicht mir wieder, wie drastisch und weitreichend die Auswirkungen dieses medizinischen Dienstes durch das Missionskrankenhaus in Lira sind. Wir danken Gott für diese Möglichkeit, Menschen geistlich aber auch körperlich helfen zu können!

Und danken möchte ich allen Spendern, die die Arbeit des Krankenhauses so großartig finanziell unterstützen. Eure Spenden machen diese Hilfe an den Armen möglich. Danke, dass Ihr weiterhin mithelft, Kinder und Erwachsene aus den Fängen des Todes zu entreißen.